Wir erklären Ihnen alle Schritte der Champagnerherstellung, die Kälteanlagen/Niedertemperaturkühlung erfordern, deren Temperaturen und Zwecke, entsprechend der Reihenfolge der Trauben bis zum fertigen Produkt (einschließlich der einzigartigen Flaschengärung und des Einfrierens zum Degorgieren).
I. Traubenpressung: Kaltklärung des Saftes (muss kalt erfolgen)
Prozess: Pressung → Kaltklärung durch Sedimentation (Débourbage)
Temperatur: 8–12 °C (üblicherweise 10 °C)
Dauer: 12–24 Stunden
Zweck: Entfernung von grobem Schlamm, Pektin und Verunreinigungen; Verhinderung von Oxidation und bakterieller Kontamination; Sicherstellung eines klaren und feinen Grundweins.
II. Erste alkoholische Gärung (Grundweingärung, durchgehend temperaturkontrolliert)
Verfahren: Geklärter Traubensaft → Temperaturkontrollierte Gärung in Edelstahltanks/Eichenfässern
Temperatur: 16–20 °C (Weiße Trauben); 18–22 °C (Pinot Noir)
Eigenschaften: Champagner durchläuft eine langsame Gärung bei niedrigen Temperaturen, um Fruchtaromen, Säure und Finesse zu bewahren.
Risiken: Temperaturen über 25 °C können leicht zur Bildung von Fuselalkoholen, Schwefelaromen und Aromaverlust führen.
Ausrüstung: Mitteltemperaturkühler (10–25 °C), Tankmantel/interne Umwälzkühlung
III. Grundwein-Kältestabilisierung (ohne Weinstein, wie bei Stillwein)
Verfahren: Gärung abgeschlossen → Kältestabilisierung
Temperatur: -1 bis -4 °C (Tiefkühlung mit Ethylenglykol)
Dauer: 7 bis 14 Tage
Zweck: Ausfällung von Kaliumbitartrat (Weinsteinkristallen), um Ablagerungen und Trübungen in der fertigen Flasche zu verhindern
IV. Flaschengärung (die Seele des Champagners, konstante Kühlung)
Verfahren: Grundwein + Zucker + Hefe → Abfüllung und Versiegelung → Horizontale Lagerung für die Flaschengärung
Temperatur: Konstante Temperatur von 10–14 °C (Standard im Champagnerkeller)
Dauer: 60–90 Tage (langsame Gärung für feine Perlage)
Zweck: CO₂-Erzeugung (Perlage), Steigerung der Komplexität und Verfeinerung des Geschmacks
Ausstattung: Zentrale Kellerklimaanlage + Kühler, ganzjährig konstante Temperatur von 10–14 °C; konstante Kühlung im Gärflaschenbereich erforderlich
V. Nach dem Abziehen: Gefrieren und Degorgieren (Dégorgement à la Glace) (das charakteristische Tiefkühlverfahren der Champagne)
Verfahren: Rotation (Ablagerung bis zum Flaschenhals) → Eintauchen des Flaschenhalses in ein Gefrierbecken
Temperatur: -25 bis -30 °C (extrem niedrige Temperatur)
Dauer: 10 bis 30 Sekunden (Gefrieren nur des 4 cm langen Flaschenhalses)
Zweck: Das Gefrieren des Hefesatzes in Eisstopfen, der beim Öffnen der Flasche durch den Druck im Inneren ausgestoßen wird. Das Ergebnis ist ein klarer, sedimentfreier Wein.
Ausrüstung: Ultratiefkühlanlage (-35 °C), mit Sole/Glykol umgewälzter Gefriertank; ein notwendiges, energieintensives Verfahren für Champagnerhäuser.
VI. Nach dem Degorgieren: Dosage und Kühlung
Verfahren: Degorgieren → Schnelle Zugabe von Aromaflüssigkeit (Zucker + gereifter Wein)
Temperatur: 5–10 °C, niedrige Umgebungstemperatur
Zweck: Bessere Weinmischung bei niedrigen Temperaturen, weniger Kohlensäureverlust und stabile Süße
Ausrüstung: Kälteanlage zur Aufrechterhaltung der niedrigen Temperatur im Dosagebereich/Mischtank
VII. Reifung und Lagerung (Flaschenreifung, konstante Temperatur)
Verfahren: Dosage und Abfüllung → Kellerreifung (1–5 Jahre)
Temperatur: 10–12 °C, konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit 70–80 %
Zweck: Feinere Perlage, integriertere Aromen und ein weicherer Geschmack
Ausrüstung: Kellerkühler + Klimaanlage, ganzjährig konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit
VIII. Endkühlung vor der Abfüllung (optional, aber üblich)
Temperatur: 15–18 °C
Zweck: Schaumreduzierung, Druckstabilisierung, Erleichterung der aseptischen Filtration/Abfüllung
Ausrüstung: Plattenwärmetauscher + Kühler
IX. Allgemeine Zusatzkühlung (betriebsweit)
Schnelle Kühlung von Anlagen nach der CIP-Reinigung
Kühlung von Gleitringdichtungen wie Pumpen, Luftkompressoren und Kompressoren
Kühlung der Produktionsumgebung im Sommer
Champagner vs. Wein vs. Rum: Kühlbedarf im Überblick
Wein (statisch): Klärung des Mostes + Gärtemperaturkontrolle ±1 bis -4 °C zur Kältestabilisierung; keine Destillation, keine Nachgärung in der Flasche, kein Einfrieren zur Abtrennung von Sedimenten.
Champagner (Schaumwein): Umfasst statische Weinkühlung + Nachgärung bei konstanter Temperatur in der Flasche + Einfrieren bei -25 bis -30 °C zur Abtrennung von Sedimenten. Komplexere Kühlanforderungen, größerer Temperaturbereich (-30 °C bis 20 °C).
Rum: Temperaturkontrolle bei der Gärung + Destillation und Kondensation; keine Tiefkühlstabilisierung, kein Einfrieren zur Abtrennung von Sedimenten; benötigt lediglich einen Mitteltemperaturkühler.